Die Arabische Passion nach J. S. Bach
"Bachs Passionen, arabische Musik, Jazz-Elemente und Bilder des Leidens im Nahen Osten zu monumentalem Gesamtkunstwerk geformt …
Mit einem Mal wähnt man sich nicht mehr nur in seiner passiven Zuhörerrolle, sondern ist mit hineingenommen
in die Leidensgeschichte Jesu Christi und der vielen Menschen im Nahen Osten.
Nach kräftigen Begeisterungsstürmen verlassen nicht nur die Zuhörer sondern auch die Künstler tief bewegt die Stadtkirche."
Der Neue Tag, 31.08.2009
"… man staunt, wie leicht sich dieser Wechsel vollzieht. Wie selbstverständlich der Brückenschlag von einer Kultur in die andere gelingt, die sich doch so fremd scheinen … Bach hat sich von seiner Kirchenbank erhoben und auf einem Gebetsteppich niedergelassen.
Aber der Inhalt der Gebete ist der gleiche geblieben … Das Ergebnis ist schlichtweg faszinierend.
Ein Klang gewordener Appell für Toleranz und Frieden." Elisabeth Schwind, Südkurier, 10.07.2009
"… ein grandioser Balanceakt zwischen Ethno, Klangabenteuer und Kunstmusik … Klangszenen von ganz besonderer Einprägsamkeit
und Suggestivität … emotionale Höhepunkte, bei denen man als Zuhörer den Atem anhält."
Jürgen Scharf, Oberbadisches Volksblatt, 10.07.2009
„Bach gehört der ganzen Welt.“ Kölner Stadtanzeiger, 07.04.2009
"Eine immense Klangsensibilität mit einem genuinen Spürsinn für die Tonsprache unterschiedlicher Kontinente und Kulturen
durchzog das Programm. Die Arien "Es ist vollbracht" und "Erbarme Dich" wie bekannte Choräle waren weitere Höhepunkte
des von den Besuchern mit atemloser Stille verfolgten und mit anerkennendem Beifall quittierten ungewöhnlichen Abends."
Hans Rühl, Rheinische Post, 23.12.08
"… ein ergreifendes Konzerterlebnis … musikalische Verständigung über kulturelle Grenzen hinweg … hervorragende Solisten …
Bachs Musik aufregend neu entdeckt. … nicht endend wollender Applaus." Martina Binning, Osnabrücker Zeitung, 30.08.2007
"Bach hätte sich in seinem Grab umgedreht. Dann wäre er herausgestiegen, hätte sich den Staub abgeklopft und aufmerksam zugehört …
Die Lieder waren am beeindruckendsten, wenn Fadia el-Hage sie in Arabisch vortrug. Dann weinte auch Bach."
Business Times, 14.06.2007
„Vladimir Ivanoffs Stärke ist, Kulturkreise zu verbinden, musikalische Brücken zwischen Abend- und Morgenland zu schlagen.
Mit der «Arabischen Passion» ... ist ihm das in hervorragender Weise gelungen. ...
Da verschmolzen Herz, Intellekt, Mimik und Kommunikation mit den anderen Künstlern zu intensivem Ganzen. ...
Eine Karfreitagsmusik, wie man sie sich schöner nicht hätte vorstellen können." Franz Szabo, Salzburger Nachrichten, 4/2006
Sarband (mus. Leitung: Vladimir Ivanoff)
Fadia el-Hage (Beirut): Alt / Adnan Schanan (Bagdad): Nay / Furat Qadduori (Bagdad): Qanun / Mohammed Ali A. Hashim (Bagdad): Violine /Angelika Moths (Basel): Cembalo, Orgelpositiv, Qanun / Vladimir Ivanoff (München): Perkussion
Modern String Quartet (München)
Jörg Widmoser (Violine), Winfried Zrenner (Violine), Andreas Höricht (Viola), Jost-H. Hecker (Cello)
Hugo Siegmeth, Till Martin: Saxophon
Bildprojektionen: Judith Haug / Konzeption & Arrangements: Vladimir Ivanoff
Die zwei vollständig erhaltenen Passionsoratorien J.S. Bachs, die Johannespassion BWV 245 und die Matthäuspassion
BWV 244, gelten als Höhepunkt barocker Ausdruckskunst und nehmen im abendländischen Kanon großer Musikwerke
einen hohen Rang ein. Alljährlich in der Passionszeit aufgeführt, sind sie ein fester Bestandteil sowohl des
europäischen Konzert- als auch des christlichen Glaubenslebens. Niemand hat das Leiden des Menschen,
verkörpert in Jesus Christus, dem Mensch gewordenen Gott, musikalisch so eindringlich und leidenschaftlich dargestellt
wie Bach in seinen Passionen.
Sarband konfrontieren seine Werke mit der heutigen katastrophalen Situation in der Heimat von Jesus, dem Nahen Osten,
aber auch mit den Konflikten zwischen der arabischen Welt und dem Westen, den Auseinandersetzungen zwischen
Gläubigen und Andersgläubigen, Modernen und Traditionellen. Weltweit leiden deshalb Menschen gleich
welcher
Herkunft und welchen Glaubens. Vladimir Ivanoff, musikalischer Leiter von Sarband, vergleicht in seiner Arabischen Passion das Leiden von Jesus und die Leidensgeschichte des kolonialisierten Nahen Ostens
in der Zeit des Neuen Testaments mit der aktuellen Lage.
Die barocke Präzision und Komplexität Bachs begegnet der Spontaneität von klassischer arabischer Musik und Jazz:
zwei Traditionen, die viel gemeinsam haben, zum Beispiel hoch entwickelte und strukturierte Improvisationstechniken;
aber auch zwei Stimmen, die verschiedener nicht sein könnten:
die Stimme der traditionellen arabischen Welt und die weltweit expandierende Stimme des amerikanischen „way of life“.
Klassische arabische Musiker, zwei Jazzsaxophonisten und das Modern String Quartet fassen die Passionsmusiken
von Bach neu. Westliche und nahöstliche Musiker finden einander in der Musik Bachs. In einer Welt,
die von Differenzen und Auseinandersetzungen geprägt ist, schafft diese musikalische Zusammenarbeit
einen intensiven und kontemplativen Raum für gegenseitigen Respekt und Frieden.
