Gegen Ende des 12. Jahrhunderts entstand in der Provence die Bewegung der Troubadours und Trobairitz. Diese Poeten aus den höheren sozialen Schichten trugen ihr Werk meist nicht selbst vor, sondern beauftragten „Jongleure" damit, von Hof zu Hof zu reisen und mit ihrem Vortrag auf kunstvolle Weise von der Liebe eines Troubadours zur erwählten Dame zu erzählen und damit den Ruhm ihres Auftraggebers zu vergrößern. Jongleure und Joglaresas (ihre weiblichen Kollegen) verfügten häufig über viele Talente: Geschichtenerzählen, Rezitation, Gesang, das Spiel mehrerer Musikinstrumente, Akrobatik, Magie und Jonglage.
Roger Bacon (1214-94) gibt uns einen zeitgenössischen Augenzeugenbericht: „Denn es gibt Menschen, die durch die schnelle Bewegung ihrer Glieder, durch abwechslungsreiche Klänge oder feine Beherrschung ihrer Instrumente, durch Verdunkelung oder Absprache, den Menschen Dinge erscheinen lassen, die in Wirklichkeit nicht existieren. Die Welt ist voll von diesen Leuten, wie es nur dem Aufmerksamen ersichtlich ist. Denn die Jongleure erschwindeln mit der Geschwindigkeit ihrer Hände vieles."
Geschichtenerzählen und virtuose Jonglage, mitreißende Instrumentalmusik und ergreifende Liebeslieder erwecken in diesem Programm die gemeinsame Magie der Troubadoure und Jongleurs wieder zum Leben.