Wir sind Gotteslicht, Gottesspiegel.
Musik und Ritual in der Tradition der beiden Mystiker
Mevlana Celaleddin-i Rumi (1207-1273)  und San Francesco d’Assisi (1182-1226)

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Styriarte Graz / Juli 2005 / Video: V. Ivanoff & J. Haug

Die Wurzeln des Sufismus liegen in den Versammlungen gläubiger Moslems im 8. Jahrhundert,
in denen Suren des Korans und neu gedichtete religiöse Texte zusammen laut rezitiert wurden.
Der Sufismus verdankt seine Popularität dem unmittelbaren und persönlichen Ausdruck der religiösen Gefühle des Menschen. Seit dem 13. Jahrhundert formierten sich die Gläubigen, unter der Anleitung eines Sheiks, zu Bruderschaften.
1207 wurde in Balkh der Mevlana Celaleddin-i Rumi geboren, der die zentralen Grundsätze des Sufismus formulierte.
Sein Sohn, Sultan Veled, begründete den Orden der Mevlevi.

Der große Mystiker des christlichen Abendlandes,  Franziskus von Assisi, schuf nach seinen Reisen in den Nahen Osten
eine Laientheologie, die in ihren Grundzügen und ihrer Glaubensausübung
auf verblüffende Weise den Regeln der Sufi-Orden ähnelt. 

Wir widmen den beiden Brüdern im Geiste, die sich als Gotteslicht, Gottesspiegel und als Troubadoure Gottes verstanden,
ein Ritual in Form eines Sema (Gottesgedenkens) der Wirbelnden Mevlevi-Dervische;
begleitet von Liedern aus den Traditionen des Mevlana Rumi und des Heiligen Franziskus.

Das Sema beruht auf der Inspiration von Celaleddin-i Rumi.
Es lädt zur Vereinigung der Menschen
- unabhängig von ihrer Herkunft, Religion oder sozialen Klasse - mit der Liebe Gottes ein.
Was uns wie ein Tanz erscheint, ist in Wirklichkeit ein Gebet.
Das beständige Kreisen, Symbol für Vollkommenheit und Einheit, führt die Derwische ins Zentrum ihres wahren Selbst.

Damit beschreibt das Sema die spirituelle Reise des Menschen zum Himmel, die Hinwendung zur Wahrheit,
das Wachsen in Liebe, das Lösen vom Ich in der Vereinigung mit der Liebe Gottes,
schließlich die Rückkehr als Teil und Diener der göttlichen Schöpfung.

„Göttliche Energie empfangen … Kein Zweifel, da vollzog sich mehr als ein Tanz - da vollzog sich
ein Ritual, ein Gebet … Energie der Ruhe“, MWo, Kölner Stadt-Anzeiger 27.12.2003
"Kuss der Toleranz:
… Die mitreißend gespielte Musik aus Italien und dem Orient schlägt die Brücke …"
Ralf Döring, Osnabrücker Zeitung, 21.8.2007

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