Celaleddin Biçer, Ney & Kanun / Dilek Geçer, Sopran / Ugur Isik: Cello / Chris Miltenberger: Klavier / Ahmed Kadri Rizeli, Kemençe /
Judith Haug, Bildprojektionen / Vladimir Ivanoff, Perkussion, Programmgestaltung & Musikalische Leitung
Sie hören: L'Indifferent
(Ravel Shéhérazade No. 3)
Konzertmitschnitt Bad Kissingen, 27.12.08

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Eine große Liebe: Sheherazade in Paris
Kompositionen und Klaviermusik der letzten Sultane,
von Callisto Guatelli Pascha & Franz Liszt,
Ernest Chausson: La caravane,
Maurice Ravel: Sheherazade

 

"… ein berauschender Abend … " Stimme.de, Monika Köhler, 24.10.2008

"Nähe und Ferne blieben die beiden Pole dieses hinreißenden Abends. Den Liedbearbeitungen von Callisto Guatelli Pascha verlieh Dilek Geçer mit ihrem vielfältig schattierten Sopran große Intensität. Im zweiten Programmteil war man schlicht hingerissen von diesem erotisch aufgeladenen Gesang. Celalettin Biçer an der Ney und am Kanun, Ahmed Kadri Rizeli (Kemençe) und Ugur Isik (Cello) schufen auch im improvisierenden Miteinander magische Momente. … " fg, Main Post, 30.12.2008


"Betörend süße Brückenschläge … Als brückenschlagendes Element wirkte hier der schattierungsreiche, mit lyrischer Süße versehene Sopran
von Dilek Geçer … als stilistischer Spagat in der Tat erstaunlich … Leiter Ivanoff ließ diesem Abend seine narkotische Süße."
Matthias Wagner, Kronenzeitung, Graz, 15.7.2007
Impressum


LESEN SIE DIE AKTUELLE KONZERTKRITIK
(Stimme.de, 24.10.2009)








Vladimir Ivanoff und Sarband erzählen die Geschichte einer faszinierenden Annäherung
und finden Europa in der Türkei und den Orient in Paris.

Es war eine große Liebe: Sultan Abdülaziz, einer der letzten Herrscher des Osmanischen Reiches,
komponierte mit Leidenschaft wunderschöne Musik im europäischen Stil.
Zur gleichen Zeit sahen westliche Künstler im Osmanischen Reich vor allem das geheimnisvoll „Orientalische“,
die imaginäre Landschaft, voll von dunklen Sehnsüchten und übertrafen sich gegenseitig mit immer neuen Exotismen.

Die osmanische Türkei sah sich politisch und kulturell als Teil der europäischen Allianz,
wurde aber als „kranker Mann vom Bosporus“ von den westlichen Großmächten nur noch als solcher geduldet.
Gleichzeitig wurde der geographische Orient für europäische Künstler und Literaten zunehmend zum Raum ohne Ort,
zum „Orient Imaginaire“, einem Reservoir ungestillter Sehnsüchte, dunkler Triebe und ausschweifender Fantasien,
die in Europa tabu waren.

Deshalb durfte der Orient kein Teil Europas sein, mußte ausgegrenzt werden,
um weiter die kollektive europäische Fantasie beflügeln zu können.

Die große Liebe blieb unerfüllt und Sheherazade klopft auch heute vergeblich an die Tür Europas.

 

SheherazadePhoto: © 2008, Judith I. Haug